Pro Tools in der Podcast-Produktion – 5 Setup-Tipps für saubere Aufnahmen

Was dieser Artikel Dir bringt:
Fünf konkrete Pro-Tools-Settings, mit denen Deine Podcast-Aufnahmen sauber klingen – von Sample-Rate über I/O-Routing bis zu wiederverwendbaren Session-Templates.

Pro Tools Session mit Mehrspuraufnahme auf Studio-Monitor

Pro Tools ist der Industriestandard in professionellen Tonstudios – und auch in der Podcast-Produktion die erste Wahl vieler Profis. Wenn Du in einem Pro-Tools-Studio in Berlin aufnimmst oder Pro Tools selbst nutzt, machen diese 5 Setup-Tipps den Unterschied zwischen chaotischer und professioneller Aufnahme.

Setup 1: Separate Spur pro Mikrofon

Die wichtigste Regel: Jedes Mikrofon bekommt eine eigene Audiospur. Nur so kann im Nachgang jeder Sprecher individuell entzerrt, pegelt und geschnitten werden. Ein typisches Podcast-Setup mit 3 Gästen und 1 Moderator sieht in Pro Tools so aus:

  • Spur 1 – Mikrofon Moderator:in (Input 1)
  • Spur 2 – Mikrofon Gast 1 (Input 2)
  • Spur 3 – Mikrofon Gast 2 (Input 3)
  • Spur 4 – Mikrofon Gast 3 (Input 4)
  • Spur 5 – Safety-Spur (Mix-Summe vom Interface)
  • Spur 6 – optional: Musik/Einspieler

Verwende nie eine einzige Spur mit Mix aller Mikrofone – Du verlierst jede Flexibilität.

Setup 2: Input-Gain korrekt einstellen

Die Peak-Pegel sollten in Pro Tools bei –12 dBFS bis –6 dBFS liegen. Zu leise und Du rauscht beim Lautmachen; zu laut und Du clippst. Ein verlässlicher Workflow:

  • Jede Sprecher:in macht 30 Sekunden Soundcheck in normaler Lautstärke
  • Pegel am Pre-Amp so einstellen, dass der lauteste Peak bei ca. –8 dBFS liegt
  • Safety-Spur: 6 dB leiser als die Haupt-Spuren, falls mal jemand übersteuert
  • Nach Soundcheck keine Gain-Änderungen mehr – sonst sind die Pegel inkonsistent

Setup 3: Kopfhörer-Mixes individuell

Jede:r Teilnehmer:in braucht einen individuellen Kopfhörer-Mix. Gründe:

  • Moderator:innen wollen oft sich selbst nicht auf dem Kopfhörer hören (Feedback-Effekt)
  • Gäste möchten die anderen klar und sich selbst leise
  • Bei Remote-Gästen: Remote-Spur immer im eigenen Mix lauter

Das realisierst Du in Pro Tools über Aux-Sends und ein Interface mit genügend Output-Kanälen (z.B. RME Fireface, Focusrite Clarett+ 8Pre).

Setup 4: Safety-Aufnahme als Plan B

Ein Festplatten-Crash, ein Clock-Problem oder ein Software-Absturz – und eine 90-Minuten-Folge ist weg. Redundanz rettet Produktionen. Empfehlungen:

  • Pro Tools auf eine SSD aufnehmen, parallel Session-Backup alle 10 Minuten (Pref → Operation → Auto-Backup)
  • Zweites Interface oder Zoom-Recorder läuft mit, hängt an einem zweiten Mikrofon-Ausgang
  • Nach der Aufnahme: Backup auf eine zweite Platte – bevor die Primärspeicherung gelöscht wird

Setup 5: Session-Templates für wiederkehrende Produktionen

Wenn Du einen Podcast regelmäßig produzierst, sparst Du mit einem Pro-Tools-Template Stunden pro Folge:

  • Fertige Spurbelegung (Mikrofon 1–4, Musik, Safety)
  • Vor-konfigurierte Inserts: HP-Filter, De-Esser, Noise-Gate
  • Masterkanal mit Bus-Kompressor und Loudness-Meter
  • Export-Presets: MP3 128–256 kbps mit LUFS-Normalisierung
  • Session-Name-Scheme: Podcast_Episode_##_YYYYMMDD

In unserem Pro-Tools-Studio in Berlin aufnehmen

Unsere Vertonung in Berlin mit Pro Tools liefert alles, was Du für eine professionelle Podcast-Produktion brauchst: akustisch optimierten Raum, Mehrspuraufnahme, Session-Templates, Tontechnik auf Wunsch. Auch unser Podcast-Studio nutzt Pro Tools als DAW. Schreib uns einfach.

Das Wichtigste in Kürze

  • 48 kHz / 24 Bit – Standard für Podcast und Video
  • Pro Sprecher:in ein Input – saubere Mehrspur für die Post
  • Session-Template – Buses, Aux-Returns, Plug-in-Ketten vorab anlegen
  • Backup + Pegel-Check – zusätzlicher Recorder und regelmäßiger Blick auf den Meter

Häufige Fragen

Brauche ich wirklich Pro Tools für Podcast?

Nein – aber es hilft bei mehr als 2 Sprecher:innen oder komplexen Mischungen. Für Solo-Podcasts reicht Audacity, Reaper oder Logic. Pro Tools glänzt beim Schnitt vieler Spuren und bei Broadcast-Masteren.

Was ist der beste Kompressions-Workflow?

Erst EQ (Subtraktiv, entfernen was stört), dann Kompressor (3:1 bis 4:1, 3–6 dB Reduction), dann De-Esser falls nötig, zum Schluss Limiter auf –1 dBTP. Nicht über-komprimieren.

Wie laut soll der Podcast am Ende sein?

–16 LUFS integrated für Stereo-Podcast (Spotify-Zielwert). True-Peak max –1 dBTP. ARD/ZDF wollen –18 LUFS. Apple Podcasts normalisiert sowieso, aber dahin zu mastern ist sauber.

Was tun bei Raum-Hall im Recording?

Zuerst im Raum fixen: Akustikpanels, Teppich, Vorhänge. In der Post: iZotope RX De-Reverb, Pro Tools-eigener Reverb Reduction. Nie komplett trocken bügeln – klingt unnatürlich.

📚 Weitere Ratgeber rund um Schnitt, Podcast-Produktion und Postproduktion findest Du im Ratgeber-Hub der Schnittwiese Berlin.

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